Kommende Veranstaltungen

  • Einsamkeit – philosophische Perspektiven gestern und heute

    Salon

    So, 17.5.2026  – Praxis Bedenk-zeit – 14.00 bis 18.00 Uhr

    Heroismus oder Abgrund? Wer Geschmack an der Einsamkeit findet, gilt vielen als Sonderling oder gar Menschenfeind. Der Rückzug vom Trubel der Welt kann so provozierend wirken wie die Nahrungsverweigerung an üppig gedeckter Tafel. Verzicht verstößt gegen die Regeln der heutigen Genuss- und Konsumgesellschaft. Und dennochist Verzicht schwer angreifbar, weil Selbstbeherrschung und Willensstärke durchaus als Qualitäten gelten.

    Seit jeher verbindet man zahlreiche Versprechen mit dem Weg der Einsamkeit, z.B.: Selbsterkenntnis durch innere Einkehr, Befreiung von Fremdherrschaft und manipulativer Außenlenkung, Regeneration der Seele zur Bewältigung zukünftiger Lebenserfordernisse, Entfaltung kreativer Fähigkeiten. In der Vergangenheit galt sie als Königsweg zur Erlangung wahrhafter Frömmigkeit und göttlicher Offenbarung. Die moderne Gesellschaft zeigt eine besondere Dynamik: Während Menschen einerseits in zunehmendem Maße vereinsamen, verlieren sie sich anderseits in agitierter Geschäftigkeit. Überfluss und Mangel an Einsamkeit sind gleichermaßen Kennzeichen der Gegenwart. Deshalb wäre zu fragen:

    Wie ist der Zusammenhang von Einsamkeit und menschlicher Selbstwerdung philosophisch zu bestimmen?

    Wo liegen die Grenzlinien zwischen Einsamkeit, Alleinsein und Vereinsamung?

    Ist Alleinsein als neue Lebensform zu propagieren, wie es häufig geschieht? Oder unterliegen wir damit dem Sog einer ichfixierten, ja narzisstischen Gesellschaft?

    (mehr …)
  • Die neuen Schmerzen der Liebe

    Salon zu Eva Illouz

    So, 21.06.26 – Praxis Bedenk-zeit – 14.00 bis 18.00 Uhr

    In ihrem Buch „Warum Liebe weh tut“ liefert Eva Illouz eine äußerst beeindruckende und scharfsinnige Analyse der Liebe in der Gegenwartszeit. Sie zeigt uns, wie und warum im Zuge der Modernisierung ganz neuartige Qualen der Liebe entstanden sind, Qualen, denen wir durch psychologisch versierte Methoden zu entrinnen suchen. Wir sezieren und erklären unsere Gefühle, bis sie sich in Wohlgefallen aufgelöst haben. Wir berechnen, dosieren, durchleuchten und kontrollieren die Liebe, bis sie einem ökonomischen Nutzenkalkül sehr ähnlich geworden ist. Wir fühlen uns sexuell befreit und unterwerfen uns doch zugleich den oberflächlichen Bewertungsrastern sexueller Attraktivität. Am Ende aber, im Falle des Scheiterns, stehen wir mehr denn je als ganze Person auf dem Prüfstand. Vielleicht aber, so legt Illouz nahe, haben viele Menschen heute vergessen, was Liebe eigentlich ausmacht. Was also ist Liebe? Wir wollen, inspiriert von Eva Illouz, danach fragen und uns darüber austauschen.

    (mehr …)
  • „Das Wagnis der Öffentlichkeit:Politische Stile bei Hannah Arendt”

    Dr. Ole Meinefeld

    Do, 23.4.2026 – Burg Frankenberg – Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19.00 Uhr

    Über Personen wird in der Politik leidenschaftlich gestritten. Die einen fordern charismatische Persönlichkeiten wie Willy Brandt oder Winston Churchill, die anderen klagen über immer mehr „Personalisierung”.

    Aber welche Erwartungen an Politikerinnen und Politiker sind in der Demokratie eigentlich angemessen? Ole Meinefeld diskutiert diese Frage in seinem Buch: Eine lebendige Demokratie braucht Personen, die das „Wagnis der Öffentlichkeit” (Hannah Arendt) eingehen und eine Öffentlichkeit, die sich über die Kriterien verständigt, mit denen sie über politische Stile urteilt.

    Dr. Ole Meinefeld, Philosoph und Politikwissenschaftler, promoviert an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er leitet die Grüne Akademie, einen Think Tank der Heinrich-Böll-Stiftung. 

    Sein Buch, „Das Wagnis der Öffentlichkeit: Politische Stile bei Hannah Arendt“, erschienen im Campus Verlag, aktualisiert Arendts Denken für die gegenwärtigen Debatten über die Zukunft der Demokratie. 

    (mehr …)