Veranstaltungen

Fabian Erhardt: „Wahnsinn“ oder „Wahrsinn“? – Zur Bedeutung informeller Wissensformen“

Der Begriff „informelle Wissensformen“ mag auf den ersten Blick sperrig erscheinen, doch wir sind bestens vertraut mit dem, was er zu bezeichnen sucht: Intuitionen, Ahnungen, Vermutungen, Anmutungen. In diesen „Wissensformen“ halten wir regen Kontakt zu einer grundlegenden Fragwürdigkeit, die alle unsere Verstehensbemühungen durchzieht – „dunkel zwar und impressiv, aber erstfündig und vorsprünglich“. Im Vortrag wollen wir einen Begriff der Wahrheit erarbeiten, der auf eine Neubewertung solcher ins „Nichtwissen“ hineingehaltenen Verstehenserfahrungen setzt. Die angedeutete „Rätselhaftigkeit“ ist dabei kein Manko, sondern Garant einer geistigen Verfassung, die sinnvoll nach Wahrheit fragen kann. Fabian Erhardt hat Philosophie, Psychologie, Allgemeine Rhetorik und postkoloniale Literatur in Tübingen und London studiert.

Burg Frankenberg, Do 27.02.20 – 19 Uhr

Goffartstraße 45 – Aachen
Eintritt: VVK 8–6 €; AK 10–8 €

Martin Kämpchen: „Über den Ort der Muße in unserem Leben – eine europäisch-indische Perspektive“

Muße wurde als Gegenpol zu Arbeit und Mühe schon von den alten Griechen und den christlichen Philosophen gesucht und gefordert. Nach dem Krieg hat Josef Pieper, auf Thomas von Aquin gründend, das Konzept der Muße neu belebt. In diesem Vortrag
geht Martin Kämpchen der Frage nach, was in unserer modernen, digitalen Welt Muße bedeuten kann. Er vergleicht seine Beispiele mit der indischen Vorstellung von Muße und gelangt zu weiteren innovativen Gedanken zum Wert und der Gestalt der Muße heute. Martin Kämpchen studierte Literatur und Theater in Wien und Paris
und ging nach dem Doktorat nach Kalkutta, um als Deutschlektor zu wirken. In Indien studierte er Religionswissenschaft und wohnt seit 1980 in Santiniketan/West-Bengalen als Schriftsteller, Übersetzer und Journalist. Er übersetzte Ramakrishna und Tagore
aus dem Bengalischen, schreibt über christlich-hinduistische und deutsch-indische Dialogthemen. Zum indischen Kulturleben schreibt er seit 25 Jahren in der FAZ.

Burg Frankenberg, Di 05.05.2020 – 19 Uhr

Goffartstraße 45 – Aachen
Eintritt: VVK 8–6 €; AK 10–8 €

 

Anke Buchsteiner und Heidemarie Bennent-Vahle: 5 Einheiten zum Philosophieren mit Kindern.

Kurs für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren

„Was war ich, bevor ich geboren wurde?“, „Hat die Zeit einen Anfang?“, „Muss man immer die Wahrheit sagen?“, „Was sind Gedanken?“ – Dies sind nur einige Beispiele für philosophische Fragen, die Kinder ganz selbstverständlich stellen. Kinder staunen und wundern sich noch über die Welt, an die sie sich erst nach und nach gewöhnen müssen. Selbst dann, wenn es auf vieles keine endgültigen, rüttelfesten Antworten geben kann, ist es für eine gute Entwicklung junger Menschen ungemein wichtig, solche Fragen ernst zu nehmen und ihnen nachzugehen.
Wir – Anke Buchsteiner, eine erfahrene Grundschullehrerin, und Heidemarie Bennent-Vahle, eine philosophische Praktikerin -, die schon mehrfach Philosophiegruppen mit Kindern durchgeführt haben, bieten diesen Kurs an, um genau solchen Fragen zusammen mit den Kindern nachzugehen. Der Kurs wird an folgenden Themenkreisen orientiert sein:
• Beziehungen: Ich – Du –Welt
• Lebensgestaltung: Wünsche – Pläne – Möglichkeiten
• Fragen der Moral: Fürsorge – Gerechtigkeit – Regeln

Burg Frankenberg, montags 02.03.2020 bis 30.03.2020 – 16:15  Uhr bis 17:45 Uhr

Goffartstraße 45 – Aachen
Kursgebühr 25€
Anmeldung Büro der Burg: tel. 0241 46356217 46356217
oder Heidemarie Bennent-Vahle: tel. 0241 53807554

 

Heidemarie Bennent-Vahle: „Selbsterkenntnis für Mutige“

Selbstverwirklichung ist ein großes Thema in unsererheutigen Zeit. Doch was bedeutet es überhaupt, sich selbst zu verwirklichen? Was meinen wir damit, wenn wir davon sprechen, uns selbst nah oder fremd zu sein? In unserer Gesellschaft, in der es ständig um Selbststeigerung und Selbstoptimierung geht, ist die Gefahr groß, dass wir hochgesteckten und problematischen Zielen hinterherlaufen. Indem wir gedankenlos den Imperativen der Leistungsgesellschaft folgen, riskieren wir, nicht nur den Kontakt zu uns selbst zu verlieren, sondern ebenso zu den Menschen um uns herum. Dr. Heidemarie Bennent-Vahle lebt in Belgien. Sie ist Philosophin und Logotherapeutin, betreibt eine Philosophische Praxis in Henri-Chapelle/Belgien. Hier arbeitet sie sowohl mit Einzelpersonen als auch – in Workshops und Gesprächskreisen – mit Gruppen.

Burg Frankenberg, So 07.06.2020 – Workshop ganztägig: 10 Uhr bis 18 Uhr

Goffartstraße 45 – Aachen
Kursgebühr 60€
Teilnehmerzahl 10-15
Anmeldung – tel. 0241 46356217

Workshop: „Besonnenheit, Gelassenheit, Humor – drei unerlässliche Tugenden“

Wer wünscht sich nicht, gelassen in Stresssituationen zu bleiben, humorvoll zu reagieren und besonnen zu agieren. Auch in der Politik wünschen wir uns manchmal mehr Besonnenheit und beobachten derzeit mit Sorge, was auf dem Spiel steht, wenn sie offenbar fehlt.

Nur wer besonnen agiert, kann Gelassenheit gewinnen. Und zugleich kann nur diejenige, die immer wieder behutsam innezuhalten vermag, zu einer besonnenen Handlungsweise hinfinden. Beide Tugenden stehen in einem engen Beziehungsgefüge: Während es in der Besonnenheit um wohlüberlegte Handlungsweisen geht, bildet das Lassenkönnen die Kehrseite unseres Aktivitätsdranges. Im Loslassen wissen wir um die Schwierigkeiten all unserer Bemühungen, akzeptieren das Unverfügbare und akzeptieren die eigene Begrenztheit, Endlichkeit und Unzulänglichkeit, ohne deswegen hart und zynisch zu werden. Die Gelassenen „scheinen von einer Zuversicht getragen zu werden, für die es keinerlei zureichende Gründe gibt“, heißt es. Wie anders als mit Humor ließe sich dies erreichen?
Gerade eine Person, die das Leben ernst nimmt, wird niemals ohne Lachen auskommen können, wenn sie Bierernst und Pedanterie vermeiden will. Wir wollen gemeinsam versuchen, dieses Zusammenspiel dreier Tugenden zu verstehen und es genauer im Blick auf ein gelingendes Leben beleuchten.

Dafür schauen wir uns an, was verschiedene Philosoph/innen und bedeutende Persönlichkeiten wie der Dalai Lama über diese Tugenden sagen und besprechen, was uns das für unseren Alltag sagen kann.

13.03.2020 bis 15.03.2020 – Philosophie-Wochenende im Frauenbildungshaus Zülpich (nur für Frauen)

 

Denkwoche mit PD Dr. phil Ute Gahlings und Dr. Heidemarie Bennent-Vahle

„Selbsterkenntnis für Mutige“

„Mensch, erkenne Dich selbst, dann weißt du alles“ (Sokrates)

 

10. 05. bis 16.05.2020 -Château d“Orion/Südfrankreich

Alle weiteren Infos unter: chateau-orion.fr

 

Vergangene Veranstaltungen:

Prof. Dr. Gudula Linck: „Poesie des Alterns. Strategien aus dem vormodernen China

Poesie“ im Titel meines Vortrags zielt auf zwei Besonderheiten der vormodernen chinesischen Gelehrtenkultur: erstens auf eine auch im Alter fortgesetzte Poetisierung des Alltags; zweitens liegen dem Vortrag ausschließlich chinesische Gedichte zugrunde, vorrangige Kunstform dieser Gelehrtenkultur. – Die Gedichte neun chinesischer Gelehrtenpersönlichkeiten von Tao Yuanming (365-427) bis Yuan Mei (1716-1797) zeigen Strategien im Umgang mit der vorgerückten Lebenszeit, die – sogar von heute aus geblickt – Lust machen auf Nachahmung.

Burg Frankenberg Do 23.05.2019, 19:00h

Prof. Ute Gahlings: „Ethik der Fürsorge“

Fürsorge ist eine in jeder Kultur vollzogene menschliche Praxis, die auf die Verletzlichkeit und Bedürftigkeit des Menschen reagiert. Mit Bezug auf diese grundlegende Form der Zuwendung, Bezogenheit und Interaktion handelt es sich bei der Ethik der Fürsorge nicht um eine besondere Ethik-Variante oder um eine, anderen Ethiken zur Seite gestellte zusätzliche Position. Der Vortrag befasst sich vielmehr mit der Fürsorge als Basis und Ausgangspunkt jeder Beschäftigung mit ethischen Fragen.

Burg Frankenberg Do 21.03.2019, 19:00h

Dr. Ina Schmidt: „Das Ziel ist im Weg. Eine philosophische Suche nach dem Glück“

„Auf der Suche nach dem guten Leben sind wir kaum zu bremsen: Wir erledigen und optimieren, organisieren und strukturieren, hetzen durch unsere Tage und „leisten“ so gut wir es eben können. In der Hoffnung, dass wir dadurch nicht nur all die selbstgesteckten Ziele erreichen, sondern am Ende auch ein wenig glücklich werden. Daran ist grundsätzlich wenig auszusetzen, schließlich zeichnet sich der Mensch seit jeher durch ein strebendes Wesen aus, das auf- und erklären, die Welt verbessern oder zumindest verändern möchte. Aber ist dieser Weg, diese Zielstrebigkeit wirklich der Schlüssel zu dem, was wir „Glück“ nennen? Oft scheint uns gerade das Streben nach Glück als letztes Ziel dabei im Weg zu stehen, was also genau meinen wir eigentlich mit dem „guten Leben“?“

Ina Schmidt stellt ihr Buch „Das Ziel ist im Weg. Eine philosophische Suche nach dem Glück“ vor, um genau diesen Fragen näher auf den Grund zu gehen. Darin geht es nicht um gute Ratschläge auf dem Weg in ein glückliches Leben, sondern um den Versuch einer Klärung, was wir unter dem Glück verstehen wollen und wie uns unsere (Lebens-)Ziele dabei helfen oder aber manchmal im Wege stehen, um es wahrhaftig in den Blick zu nehmen.

Philosophische Praxis, Fr 22.02.2019 19:30h

Dr. Ina Schmidt und Dr. Heidemarie Bennent-Vahle: „Philosophieren mit Kindern – ein zentrales Bildungsgut!“

Philosophieren als ein intensives Nachdenken über die Welt sowie über die eigenen Lebensbelange ist ein zentrales Anliegen nahezu aller Menschen. Gerade Kinder stellen bereits früh philosophische Fragen und es ist ungemein wichtig, dem kindlichen Bedürfnis nach einer Beschäftigung mit grundlegenden Lebensthemen auf angemessene Weise zu begegnen. Wir – Ina Schmidt und Heidemarie Bennent-Vahle – wollen nach einem kurzen Impulsvortrag zur entwicklungspsychologischen Relevanz des frühen Philosophierens vor allem ganz konkret mögliche Praxisformen in den Blick nehmen und diskutieren. Darüber hinaus wird Ina Schmidt eine Lektürekostprobe aus ihrem Buch „Phil und Sophie – Kleine und große Fragen an die Welt“ geben.

Burg Frankenberg Do 21.02.2019, 19:00h

IN DER EMOTION GEFANGEN

Psychogramm eines Rachsüchtigen

Willi Achten zeichnet in seinem neuen Roman „Nichts bleibt“ das Portrait eines Menschen, der in Rachsucht gefangen ist. Die Philosophin Heidemarie Bennent-Vahle stellt das Werk vor. Sie erklärt, wie Zorn und Vergeltungssucht Oberhand gewinnenn können, wenn man die eigene Verletzlichkeit, Trauer und Hilflosigkeit verleugnet.

 

Philosophie in der Burg – Vom Wert des Zuhörens

Vortrag – Diskussion

„Einer der Gründe, warum man in der Konversation so selten verständige und angenehme Partner findet, ist, dass es kaum jemanden gibt, der nicht lieber an das dächte, was er sagen will, als genau auf das zu antworten, was man zu ihm sagt. Die Feinsten und Gefälligsten begnügen sich damit, während man es ihrem Auge und Ausdruck ansehen kann, dass ihre Gedanken nicht bei unserer Rede sind, sondern sich eifrig mit dem beschäftigen, was sie sagen wollen. Sie sollten bedenken, dass es ein schlechtes Mittel ist, anderen zu gefallen oder sie zu gewinnen, wenn man sich selbst so sehr zu gefallen sucht, und dass die Kunst, gut zuzuhören und treffend zu antworten, die allerhöchste ist, die man im Gespräch zeigen kann.“
(François de la Rochefoucauld)
Gilt diese Beobachtung de la Rochefoucaulds nicht mehr denn je? Welche besondere Bedeutung kommt dem Hören zu? Was heißt es eigentlich, zuzuhören? Muss es gelernt und geübt werden? Worin liegt die Besonderheit dieses Weltzugangs?
Inspiriert durch die Gedanken einiger Denker und Dichter, aber auch durch naturwissenschaftlic­he Quellen wollen wir über diese Fragen nachdenken und uns austauschen.

Burg Frankenberg Do 15.11.2018, 19:00h

Selbsterkenntnis für Mutige

Selbstverwirklichung ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Doch was bedeutet es überhaupt, sich selbst zu verwirklichen? Und was meinen wir damit, wenn wir davon sprechen, uns selbst nah oder fremd zu sein? In unserer Gesellschaft, in der es um Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung geht, ist die Gefahr groß, dass wir hochgesteckten Idealen hinterherlaufen. Indem wir gedankenlos den Imperativen der Leistungsgesellschaft folgen, verlieren wir nicht nur den Kontakt zu uns selbst, sondern auch zu den Menschen um uns herum.

Das eigentliche Problem der Menschheit sei die Selbsttäuschung, sagte die Philosophin Hannah Arendt. Es bedeutet zum einen, die inneren Wirklichkeiten nicht wahrhaben zu wollen und zum anderen die innere Stimme des Gewissens zu überhören. Doch wie kommen wir der Selbsttäuschung auf die Schliche? Ist es vorstellbar, ganz und gar ohne Selbstbetrug zu leben? Diesen Fragen wollen wir uns im Workshop zuwenden, um durch Nachdenken, Gespräch und Übung sensibler für die innere Wirklichkeit zu werden. Wir werden auch gemeinsam meditieren.

Welche Art von Bildung brauchen wir?
Bildung und Weiterbildung in Philosophischer Praxis

XXXIII. Kolloquium der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis

„Eines der größten Probleme der Erziehung ist, wie man die Unterwerfung unter den gesetzlichen Zwang mit der Fähigkeit, sich
der Freiheit zu bedienen, vereinigen könne.“ (Kant)
Dieses Dilemma der Erziehung steht seit der Aufklärung im Zentrum des Nachdenkens über Bildung und beschäftigt uns bis heute.
Inzwischen, spätestens seit den Bildungsreformen der jüngeren Vergangenheit, ist das Thema Bildung zum heiß umstrittenen
Gegenstand kontroverser gesellschaftlicher und politischer Diskussionen geworden. Die in der Bildungslandschaft vorgenommenen
zahllosen Reformen und Umstrukturierungen werden von vielen als höchst bedenklich eingeschätzt.
Philosophie ist erneut herausgefordert, sich einige zentrale Fragen zu stellen: Welche Qualitäten benötigen Menschen für eine
zukunftsfähige Welt? Braucht der Erhalt von Demokratiefähigkeit und politischer Mündigkeit gezielte neue Bildungsmaßnahmen?
Welche Aufgaben fallen hier der Philosophischen Praxis zu? Wie können Philosophische PraktikerInnen sich konkret einbringen?
Diesem facettenreichen Fragehorizont wollen wir uns auf dem diesjährigen Kolloquium zuwenden. Dabei greifen wir auf neue
interaktive Arbeits- und Diskussionsformate zurück, um möglichst intensiv miteinander ins Gespräch zu kommen und konsensfähige
Ergebnisse anzustreben.

26. – 28. Oktober 2018 in Baunatal

Rückblick auf das Kolloquium

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