Veranstaltungen

Prof. Dr. Gudula Linck: „Poesie des Alterns. Strategien aus dem vormodernen China

Poesie< im Titel meines Vortrags zielt auf zwei Besonderheiten der vormodernen chinesischen Gelehrtenkultur: erstens auf eine auch im Alter fortgesetzte Poetisierung des Alltags; zweitens liegen dem Vortrag ausschließlich chinesische Gedichte zugrunde, vorrangige Kunstform dieser Gelehrtenkultur. – Die Gedichte neun chinesischer Gelehrtenpersönlichkeiten von Tao Yuanming (365-427) bis Yuan Mei (1716-1797) zeigen Strategien im Umgang mit der vorgerückten Lebenszeit, die – sogar von heute aus geblickt – Lust machen auf Nachahmung.

Burg Frankenberg Do 23.05.2019, 19:00h

Prof. Ute Gahlings: „Ethik der Fürsorge“ 

 Fürsorge ist eine in jeder Kultur vollzogene menschliche Praxis, die auf die Verletzlichkeit und Bedürftigkeit des Menschen reagiert. Mit Bezug auf diese grundlegende Form der Zuwendung, Bezogenheit und Interaktion handelt es sich bei der Ethik der Fürsorge nicht um eine besondere Ethik-Variante oder um eine, anderen Ethiken zur Seite gestellte zusätzliche Position. Der Vortrag befasst sich vielmehr mit der Fürsorge als Basis und Ausgangspunkt jeder Beschäftigung mit ethischen Fragen.

Burg Frankenberg Do 21.03.2019, 19:00h

Dr. Ina Schmidt: „Das Ziel ist im Weg. Eine philosophische Suche nach dem Glück“

„Auf der Suche nach dem guten Leben sind wir kaum zu bremsen: Wir erledigen und optimieren, organisieren und strukturieren, hetzen durch unsere Tage und „leisten“ so gut wir es eben können. In der Hoffnung, dass wir dadurch nicht nur all die selbstgesteckten Ziele erreichen, sondern am Ende auch ein wenig glücklich werden. Daran ist grundsätzlich wenig auszusetzen, schließlich zeichnet sich der Mensch seit jeher durch ein strebendes Wesen aus, das auf- und erklären, die Welt verbessern oder zumindest verändern möchte. Aber ist dieser Weg, diese Zielstrebigkeit wirklich der Schlüssel zu dem, was wir „Glück“ nennen? Oft scheint uns gerade das Streben nach Glück als letztes Ziel dabei im Weg zu stehen, was also genau meinen wir eigentlich mit dem „guten Leben“?“

Ina Schmidt stellt ihr Buch „Das Ziel ist im Weg. Eine philosophische Suche nach dem Glück“ vor, um genau diesen Fragen näher auf den Grund zu gehen. Darin geht es nicht um gute Ratschläge auf dem Weg in ein glückliches Leben, sondern um den Versuch einer Klärung, was wir unter dem Glück verstehen wollen und wie uns unsere (Lebens-)Ziele dabei helfen oder aber manchmal im Wege stehen, um es wahrhaftig in den Blick zu nehmen.

Philosophische Praxis, Fr 22.02.2019 19:30h

Dr. Ina Schmidt und Dr. Heidemarie Bennent-Vahle: „Philosophieren mit Kindern – ein zentrales Bildungsgut!“

Philosophieren als ein intensives Nachdenken über die Welt sowie über die eigenen Lebensbelange ist ein zentrales Anliegen nahezu aller Menschen. Gerade Kinder stellen bereits früh philosophische Fragen und es ist ungemein wichtig, dem kindlichen Bedürfnis nach einer Beschäftigung mit grundlegenden Lebensthemen auf angemessene Weise zu begegnen. Wir – Ina Schmidt und Heidemarie Bennent-Vahle – wollen nach einem kurzen Impulsvortrag zur entwicklungspsychologischen Relevanz des frühen Philosophierens vor allem ganz konkret mögliche Praxisformen in den Blick nehmen und diskutieren. Darüber hinaus wird Ina Schmidt eine Lektürekostprobe aus ihrem Buch „Phil und Sophie – Kleine und große Fragen an die Welt“ geben. 

Burg Frankenberg Do 21.02.2019, 19:00h

IN DER EMOTION GEFANGEN

Psychogramm eines Rachsüchtigen

Willi Achten zeichnet in seinem neuen Roman „Nichts bleibt“ das Portrait eines Menschen, der in Rachsucht gefangen ist. Die Philosophin Heidemarie Bennent-Vahle stellt das Werk vor. Sie erklärt, wie Zorn und Vergeltungssucht Oberhand gewinnenn können, wenn man die eigene Verletzlichkeit, Trauer und Hilflosigkeit verleugnet.

Philosophie in der Burg – Vom Wert des Zuhörens

Vortrag – Diskussion

„Einer der Gründe, warum man in der Konversation so selten verständige und angenehme Partner findet, ist, dass es kaum jemanden gibt, der nicht lieber an das dächte, was er sagen will, als genau auf das zu antworten, was man zu ihm sagt. Die Feinsten und Gefälligsten begnügen sich damit, während man es ihrem Auge und Ausdruck ansehen kann, dass ihre Gedanken nicht bei unserer Rede sind, sondern sich eifrig mit dem beschäftigen, was sie sagen wollen. Sie sollten bedenken, dass es ein schlechtes Mittel ist, anderen zu gefallen oder sie zu gewinnen, wenn man sich selbst so sehr zu gefallen sucht, und dass die Kunst, gut zuzuhören und treffend zu antworten, die allerhöchste ist, die man im Gespräch zeigen kann.“
(François de la Rochefoucauld)
Gilt diese Beobachtung de la Rochefoucaulds nicht mehr denn je? Welche besondere Bedeutung kommt dem Hören zu? Was heißt es eigentlich, zuzuhören? Muss es gelernt und geübt werden? Worin liegt die Besonderheit dieses Weltzugangs?
Inspiriert durch die Gedanken einiger Denker und Dichter, aber auch durch naturwissenschaftlic­he Quellen wollen wir über diese Fragen nachdenken und uns austauschen.

Burg Frankenberg Do 15.11.2018, 19:00h

Selbsterkenntnis für Mutige

Selbstverwirklichung ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Doch was bedeutet es überhaupt, sich selbst zu verwirklichen? Und was meinen wir damit, wenn wir davon sprechen, uns selbst nah oder fremd zu sein? In unserer Gesellschaft, in der es um Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung geht, ist die Gefahr groß, dass wir hochgesteckten Idealen hinterherlaufen. Indem wir gedankenlos den Imperativen der Leistungsgesellschaft folgen, verlieren wir nicht nur den Kontakt zu uns selbst, sondern auch zu den Menschen um uns herum.

Das eigentliche Problem der Menschheit sei die Selbsttäuschung, sagte die Philosophin Hannah Arendt. Es bedeutet zum einen, die inneren Wirklichkeiten nicht wahrhaben zu wollen und zum anderen die innere Stimme des Gewissens zu überhören. Doch wie kommen wir der Selbsttäuschung auf die Schliche? Ist es vorstellbar, ganz und gar ohne Selbstbetrug zu leben? Diesen Fragen wollen wir uns im Workshop zuwenden, um durch Nachdenken, Gespräch und Übung sensibler für die innere Wirklichkeit zu werden. Wir werden auch gemeinsam meditieren.

Welche Art von Bildung brauchen wir?
Bildung und Weiterbildung in Philosophischer Praxis

XXXIII. Kolloquium der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis

„Eines der größten Probleme der Erziehung ist, wie man die Unterwerfung unter den gesetzlichen Zwang mit der Fähigkeit, sich
der Freiheit zu bedienen, vereinigen könne.“ (Kant)
Dieses Dilemma der Erziehung steht seit der Aufklärung im Zentrum des Nachdenkens über Bildung und beschäftigt uns bis heute.
Inzwischen, spätestens seit den Bildungsreformen der jüngeren Vergangenheit, ist das Thema Bildung zum heiß umstrittenen
Gegenstand kontroverser gesellschaftlicher und politischer Diskussionen geworden. Die in der Bildungslandschaft vorgenommenen
zahllosen Reformen und Umstrukturierungen werden von vielen als höchst bedenklich eingeschätzt.
Philosophie ist erneut herausgefordert, sich einige zentrale Fragen zu stellen: Welche Qualitäten benötigen Menschen für eine
zukunftsfähige Welt? Braucht der Erhalt von Demokratiefähigkeit und politischer Mündigkeit gezielte neue Bildungsmaßnahmen?
Welche Aufgaben fallen hier der Philosophischen Praxis zu? Wie können Philosophische PraktikerInnen sich konkret einbringen?
Diesem facettenreichen Fragehorizont wollen wir uns auf dem diesjährigen Kolloquium zuwenden. Dabei greifen wir auf neue
interaktive Arbeits- und Diskussionsformate zurück, um möglichst intensiv miteinander ins Gespräch zu kommen und konsensfähige
Ergebnisse anzustreben.

26. – 28. Oktober 2018 in Baunatal

Rückblick auf das Kolloquium

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