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Leben im Zeitalter des Zorns

Philosophischer Salon

Sonntag 29.11.2026  – 14 – 18 Uhr

Antike Philosophen nannten die Wut einen vorübergehenden Wahnsinn. Heute nutzt man Wut als Köder (rage-bait), indem man absichtlich verletzende bzw. wütend machende 

Online-Inhalte verbreitet. Das Ziel ist, starke Empörung hervorzurufen. Nutzer sollen das Material kommentieren, teilen und anklicken, nicht zuletzt um  Werbeeinnahmen zu steigern. 

Wir leben andauernd im „Zeitalter des Zorns“. Nach Pankaj Mishas brillanter Analyse aus dem Jahr 2017 hat sich diese Lage im Grunde noch verstärkt.

Die Anzahl der Zornbereiten nimmt kontinuierlich zu. Da keine(r) sich davon freisprechen kann, fordert diese Emotion zu näherer Betrachtung heraus.

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Sanftmut – die Stärke der Stille(n)

Philosophischer Salon

Sonntag 25.10.2026 – 14 Uhr bis 18 Uhr

„Wir haben, unter dem Vorwand eines Zwangs zur totalen Transparenz, (…) noch nie so viel versteckt. Sanftheit kann in einem exhibitionistischen Regime nicht gedeihen. Die der Sanftheit gemäße Region ist der Halbschatten.“ (Anne Dufourmantelle)

Seit der Antike wird der Sanftmut eine besondere Kraft zugerechnet, sowohl was das Wesen der Sanftmütigen angeht sowie im Blick auf ihre besondere Kraft der Zuwendung. 

Aus philosophischer Sicht steht Sanftmut den Leidenschaften keinesfalls entgegen, sondern bahnt ihnen auf besondere Weise einen besonderen Weg.

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Von Angst, Mut und Zivilcourage: Über die bleibende Bedeutung der Tapferkeit

Philosophischer Salon auf der Burg – Dr. phil. Kathi Beier – Vortrag und Diskussion 

Donnerstag, 22.10.2026 – 19 Uhr

Wenn Menschen etwas für gefährlich halten, fürchten sie sich – und das ist gut so. Denn wer Gefahren nicht ernst nimmt, kann durch sie umkommen. Zugleich ist es wichtig, sich von der Furcht nicht hemmen zu lassen, sondern genügend Mut aufzubringen, um der Gefahr zu begegnen. Denn wer seine Furcht nicht auch überwinden kann, wird wertvolle Ziele nicht erreichen. Tapferkeit gilt als die Tugend, die uns dazu disponiert, die Affekte Furcht und Mut so zu empfinden, dass gutes Handeln möglich ist.  Lange Zeit zählte sie zu den Haupt- bzw. Kardinaltugenden. Heute jedoch wird sie ambivalent betrachtet. Angesichts neuartiger Technologien der Kriegführung und in zunehmend post-heroisch eingestellten Gesellschaften sehen viele in ihr kein erstrebenswertes Ideal mehr. 

Der Vortrag erläutert die tugendethischen Grundlagen der Tapferkeit und fragt nach ihrer heutigen Relevanz. Welche Formen der Tapferkeit lassen sich unterscheiden? Ist Tapferkeit als Charaktereigenschaft obsolet geworden? Oder wird sie in der einen oder anderen Form gerade in Demokratien dringend gebraucht? Und schließlich: Wie wird man eigentlich tapfer?

Dr. phil. Kathi Beier lehrt an der Universität Bremen und leitet ein wissenschaftliches Netzwerk zur Philosophie der Charakterbildung.

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Menschenrechte der Anderen

Philosophischer Salon auf der Burg – Prof. Dr. Alfred Hirsch – Vortrag und Diskussion

Donnerstag, 24.9.2026 – 19 Uhr

Angesichts der gegenwärtig prekären Lage der Menschenrechte weltweit darf ein Diskurs, der ihre Stärkung will, nicht allein aus einer aufklärerisch westlichen Perspektive argumentieren. Es ist zum einen eine Neubegründung der Menschenrechte zwischen den Kulturen notwendig – und zum anderen dürfen wir nicht mehr das autonome Subjekt der philosophisch idealistischen Tradition ins Zentrum der Rechtsbegabung stellen. Wir sollten die Menschenrechte als vorrechtliche Ansprüche der Anderen begreifen.

Prof. Dr. Alfred Hirsch, lehrt Philosophie an der Universität Witten-Herdecke. Studium der Philosophie, Germanistik und Politikwissenschaft in Münster, Hamburg, Paris und Bochum. 

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„Zärtlichkeit im Herzen – Strenge im Blick“ – Zwischen Pflicht und Sehnsucht, gestern und heute

Vortrag und Gespräch

Sonntag 20.09.2026 – Praxis Bedenk-zeit – 14 – 18 Uhr

Auf mehrfachen Wunsch hin werde ich meinen Beitrag zum Festival „Bühne der Macht“ vorstellen.

Auf mehrfachen Wunsch hin werde ich meinen Beitrag zum Festival „Bühne der Macht“ vorstellen.

In Anlehnung an Joseph Roths Roman Radetzkymarsch rückt das Thema ‚Emotionen‘ in den Fokus. Erfahrbar wird, warum Anpassung an Konventionen oft auf Kosten von Lebendigkeit geht. In der Welt dieses Romans wird augenfällig, was geschieht, wenn Sehnsucht und Erwartungen auseinanderdriften – ein Thema, das auch unsere Gegenwart stark berührt.
Wie finden wir Zugang zu unseren eigenen Gefühlen? Wie bahnen wir einen guten Weg zwischen Pflicht und Neigung?
Wie können wir uns als Personen zwischen Freiheitsanspruch und Anpassung an vorgegebene Trends und Üblichkeiten finden?
Wie können wir den Fallstricken einer nur noch erfolgstaktischen Strategie der Selbstoptimierung entgehen?
Entfernen uns die KI-gesteuerten Gleichschaltungstendenzen nicht weiter denn je von unserer Sehnsucht nach zwischenmenschlicher Begegnung, Freundschaft und Liebe?

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Vergangene Veranstaltungen

„Das Wagnis der Öffentlichkeit:Politische Stile bei Hannah Arendt”

Dr. Ole Meinefeld

Do, 23.4.2026 – Burg Frankenberg – Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19.00 Uhr

Über Personen wird in der Politik leidenschaftlich gestritten. Die einen fordern charismatische Persönlichkeiten wie Willy Brandt oder Winston Churchill, die anderen klagen über immer mehr „Personalisierung”.

Aber welche Erwartungen an Politikerinnen und Politiker sind in der Demokratie eigentlich angemessen? Ole Meinefeld diskutiert diese Frage in seinem Buch: Eine lebendige Demokratie braucht Personen, die das „Wagnis der Öffentlichkeit” (Hannah Arendt) eingehen und eine Öffentlichkeit, die sich über die Kriterien verständigt, mit denen sie über politische Stile urteilt.

Dr. Ole Meinefeld, Philosoph und Politikwissenschaftler, promoviert an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er leitet die Grüne Akademie, einen Think Tank der Heinrich-Böll-Stiftung. 

Sein Buch, „Das Wagnis der Öffentlichkeit: Politische Stile bei Hannah Arendt“, erschienen im Campus Verlag, aktualisiert Arendts Denken für die gegenwärtigen Debatten über die Zukunft der Demokratie. 

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Vergangene Veranstaltungen

Die neuen Schmerzen der Liebe

Salon zu Eva Illouz

So, 21.06.26 – Praxis Bedenk-zeit – 14.00 bis 18.00 Uhr

In ihrem Buch „Warum Liebe weh tut“ liefert Eva Illouz eine äußerst beeindruckende und scharfsinnige Analyse der Liebe in der Gegenwartszeit. Sie zeigt uns, wie und warum im Zuge der Modernisierung ganz neuartige Qualen der Liebe entstanden sind, Qualen, denen wir durch psychologisch versierte Methoden zu entrinnen suchen. Wir sezieren und erklären unsere Gefühle, bis sie sich in Wohlgefallen aufgelöst haben. Wir berechnen, dosieren, durchleuchten und kontrollieren die Liebe, bis sie einem ökonomischen Nutzenkalkül sehr ähnlich geworden ist. Wir fühlen uns sexuell befreit und unterwerfen uns doch zugleich den oberflächlichen Bewertungsrastern sexueller Attraktivität. Am Ende aber, im Falle des Scheiterns, stehen wir mehr denn je als ganze Person auf dem Prüfstand. Vielleicht aber, so legt Illouz nahe, haben viele Menschen heute vergessen, was Liebe eigentlich ausmacht. Was also ist Liebe? Wir wollen, inspiriert von Eva Illouz, danach fragen und uns darüber austauschen.

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Vergangene Veranstaltungen

Einsamkeit – philosophische Perspektiven gestern und heute

Salon

So, 17.5.2026  – Praxis Bedenk-zeit – 14.00 bis 18.00 Uhr

Heroismus oder Abgrund? Wer Geschmack an der Einsamkeit findet, gilt vielen als Sonderling oder gar Menschenfeind. Der Rückzug vom Trubel der Welt kann so provozierend wirken wie die Nahrungsverweigerung an üppig gedeckter Tafel. Verzicht verstößt gegen die Regeln der heutigen Genuss- und Konsumgesellschaft. Und dennochist Verzicht schwer angreifbar, weil Selbstbeherrschung und Willensstärke durchaus als Qualitäten gelten.

Seit jeher verbindet man zahlreiche Versprechen mit dem Weg der Einsamkeit, z.B.: Selbsterkenntnis durch innere Einkehr, Befreiung von Fremdherrschaft und manipulativer Außenlenkung, Regeneration der Seele zur Bewältigung zukünftiger Lebenserfordernisse, Entfaltung kreativer Fähigkeiten. In der Vergangenheit galt sie als Königsweg zur Erlangung wahrhafter Frömmigkeit und göttlicher Offenbarung. Die moderne Gesellschaft zeigt eine besondere Dynamik: Während Menschen einerseits in zunehmendem Maße vereinsamen, verlieren sie sich anderseits in agitierter Geschäftigkeit. Überfluss und Mangel an Einsamkeit sind gleichermaßen Kennzeichen der Gegenwart. Deshalb wäre zu fragen:

Wie ist der Zusammenhang von Einsamkeit und menschlicher Selbstwerdung philosophisch zu bestimmen?

Wo liegen die Grenzlinien zwischen Einsamkeit, Alleinsein und Vereinsamung?

Ist Alleinsein als neue Lebensform zu propagieren, wie es häufig geschieht? Oder unterliegen wir damit dem Sog einer ichfixierten, ja narzisstischen Gesellschaft?

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Vergangene Veranstaltungen

Vom „Menschen ohne Welt“ zur „Welt ohne Menschen“

Bernd Bösel und Heidemarie Bennent-Vahle: Salon – Günther Anders

So, 29.03.2026 – Praxis Bedenk-zeit – 14 bis 18 Uhr

„Derzeit erlebt das Denken von Günther Anders (1902-1992) eine Renaissance. Sein zweibändiges Hauptwerk Die Antiquiertheit des Menschen (1956 und 1980) ist ein Klassiker der Technik- und Medienkritik. Viele seiner Analysen lassen sich mühelos auf heutige Verhältnisse übertragen, insbesondere auf die Umweltzerstörung, die Klimakrise und die Auswirkungen des übermäßigen Gebrauchs digitaler Medien. Sie erhellen unsere Existenz im >Weltzustand Technik< und inspirieren durch seine Kunst, allgemeinverständlich zu philosophieren und dabei auf akademische Fachsprache fast vollständig zu verzichten.“ (Bernd Bösel)

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Wege ins Denken. Wie wir in unsicheren Zeiten Orientierung finden

Dr. Ina Schmidt

Do, 26.02.26 — 19 Uhr

Wir leben in unsicheren Zeiten, alles scheint in Frage oder auf dem Prüfstand zu stehen, das Alte trägt nicht mehr und das Neue ist noch nicht greifbar – wir brauchen Ideen, Narrative und Konzepte, um den Raum dazwischen zu gestalten. Übergänge sichtbar zu machen.

Kaum eine Disziplin ist darin so geübt wie die Philosophie, aber auch das philosophische Denken braucht die Begegnung mit „dem Anderen“, dem Neuen. Ein Denken, das sich selbst als ein körperliches, sinnliches versteht und darin gerade in den emotionalen Debatten der Gegenwart für Differenzierung, Kontext und Klärung sorgt – also andere Schritte möglich macht und so Orientierung bietet, wo wir sie vielleicht gar nicht erwartet haben.

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